Hinter den Kulissen

Der Geldautomat

Normalerweise sind die Geldautomaten in unseren Geschäftstellen oder unseren SB-Standorten gut gesichert und die Chance einen Automaten von hinten und innen zu sehen hat man eigentlich nur, wenn man derjenige ist, der die Automaten mit Geld befüllt. In dieser Woche wurden an zwei Standorten die Geldautomaten abgebaut und diese Gelegenheit genutzt, um uns von unserer IT-Abteilung den Automaten mal von hinten zeigen zu lassen.

Geldautomat von hintenTatsächlich ist ein Geldautomat technisch ziemlich gut ausgestattet. Wir im Marketing bespielen beispielsweise die Automaten mit Werbung und können theoretisch auf jedem einzelnen verschiedene Themen und Kampagnen bewerben. Die Automaten sind dazu mit einem Router ausgestattet, über den sie mit unserem Programm verbunden sind. Auch weiß der Automat wie viel Geld sich in ihm befindet und meldet das regelmäßig an die Zentrale, die dann ein Signal gibt, wenn es Zeit ist den Automaten neu zu befüllen.

Aufbau eines Geldautomaten

Die meisten unserer Geldautomaten sind mit vier Geldkassetten ausgestattet. Diese enthalten Scheine von 5€ bis 50€.
Zum einen hat das Sicherheitsgründe, zum anderen sind diese vier Scheinarten diejenigen, die am meisten im Umlauf sind. Manche Geschäftsstellen haben größere Automaten und damit auch mehr Geldkassetten, in ihnen befinden sich dann auch größere Scheine.
Wenn nun ein Kunde vorne in den Geldautomaten seine Karte einsteckt, um Geld abzuheben, kann auch die Scheinart gewählt werden. Entweder man nutzt diese Option, oder der Automat regelt selbst welche Scheine herauskommen. Das geschieht nach dem Prinzip der gleichmäßigen Leerung der Geldkassetten. So wird vermieden, dass eine Kassette leer wird und eine andere noch fast voll ist. Der Automat schlägt als Auszahlungsbetrag minimal 20€ vor, möchte man weniger abheben, muss man das separat eingeben. Hat man dann den Betrag gewählt holt der Automat die Scheine aus den jeweiligen Geldkassetten, sammelt sie in der Kralle und diese wird dann zum Ausgang nach vorne geschoben, wo der Kunde das Geld entnehmen kann.

Geld abheben

geldautomat

Quelle: https://www.vr.de/junge-kunden/tipps-und-wissen/wie-funktioniert-ein-geldautomat.html

Nachdem man seine Karte in den Geldautomaten gesteckt hat und den PIN eingegeben hat, kann man auswählen wie viel Geld vom Girokonto abgehoben werden soll. Wählt man einen Betrag aus “fragt” der Geldautomat in der Rechenzentrale nach, ob er vom betreffenden Konto die geforderte Summe auszahlen darf. In unserem Fall sitzt die Rechenzentrale in Karlsruhe. Dort werden bestimmte Informationen zu Konten in einer Datenbank gesammelt. Die Zentrale hat jedoch keinen Zugriff auf den genauen Kontostand der Kunden, sondern kann lediglich sehen, wie viel Geld noch ausgezahlt werden darf. Hat ein Kunden beispielsweise einen Dispo von -1.000€, einen Kontostand von -500€ und möchte 250€ ausgezahlt bekommen, gibt die Rechenzentrale für den Vorgang grünes Licht.
Wird der verfügbare Auszahlungsbetrag überschritten, erhält der Kunde einen Hinweis, dass der Betrag nicht ausgezahlt werden kann. Die Karte wird in solchen Fällen erstmal nicht eingezogen.

“Wann wird meine Karte eingezogen?”

Dass die Karte vom Automaten beim Geldabheben eingezogen wird, kann zwei Gründe haben.

Die PIN wurde drei Mal falsch eingegeben

Wird die PIN hintereinander drei Mal falsch eingegeben, zieht der Automat die Karte ein. So soll vermieden werden, dass beliebig oft eine PIN eingegeben werden kann, bis die richtige herausgefunden wird. Das Einziehen dient also dem Schutz der Kontoinhaber.
Ist die Karte einmal eingezogen, kann man sie nur über die Berater in der Geschäftsstelle wieder zurückbekommen. Sollte also die Karte eingezogen werden, weil man seine PIN einfach vergessen hat, kann man sich einfach an die Mitarbeiter der Bank wenden.

Karteneinzug wurde eingestellt

Die Kundenberater können einen Karteneinzug einstellen. Ist das der Fall, wird die Karte eingezogen sobald man an einem Automaten Geld abheben will. Zwar wird das nur sehr selten gemacht, kann aber in Ausnahmefällen vorkommen. Gründe dafür sind beispielsweise:

  • schlechte Bonität
    Heißt der Kunde hat sein Konto immer wieder bis zum Maximum überzogen und hat keinen regelmäßigen Geldeingang
  • der Kunde reagiert nicht auf Kontaktaufnahme seitens der Bank
    Versucht die Bank aus dringlichen Gründen den Kunden zu erreichen und es erfolgt keine Reaktion, kann ebenso ein Karteneinzug eingestellt werden. Denn wenn die Karte eingezogen ist, muss Kontakt zum Berater aufgenommen werden.
  • der Kunde ist unbekannt verzogen
    Wenn man umzieht, muss man dies seiner Bank melden, da möglicherweise sonst wichtige Dokumente nicht zum Kunden gelangen können. Erhält die Bank ihre Post wieder zurück, weil sie nicht zustellbar war, wird in der Regel versucht den Kunden auf anderen Wegen  zu kontaktieren. Wenn dies nicht möglich ist, kann ein Karteneinzug eingestellt werden, da man dann der Bank seine aktuelle Adresse mitteilen muss.

Die Geldkarte kann nicht nur in Filialen der Hausbank eingezogen werden. Der Vermerk zum Karteneinzug wird ebenfalls an die Rechenzentrale gemeldet, bei der der Geldautomat prüft, ob der gewünschte Geldbetrag vom Konto ausgezahlt werden kann. Wird die Karte bei einer anderen Bank eingezogen, schickt die Bank die Karte an die Hausbank des Kartenbesitzers.

“Wie schwer ist es einen Bankautomaten auszurauben?”

Die Antwort lautet: “Schwerer als gedacht.”
Der Aufwand, den man betreiben müsste, um an das Geld im Automaten zu kommen, steht in keinem Verhältnis zu dem was eigentlich drin ist. Die Automaten sind mindestens 30cm tief mit dem Boden und einer Stahlplatte verankert, sodass man nicht einfach den Automaten aus der Wand reißen kann. Man müsste schon den ganzen Boden darunter mit herausreißen, um den Geldautomat mitnehmen zu können.
Hätte man das aber geschafft, stünde man vor der nächsten Herausforderung: der Transport. Ein Automat wiegt ca. 600kg. Einfach in ein Auto oder einen LKW laden würde viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen und man bräuchte schweres Gerät oder viele Komplizen.
Angenommen man hätte aber den Automaten abtransportiert und jetzt in einem sicheren Versteck, müsste man ihn noch aufbrechen, um an das Geld zu kommen. Das Geld ist mit einem Zahlenschloss gesichert. Auch das Aufsprengen ist nicht zu empfehlen, da entweder der Safe nicht genug beschädigt wird oder aber das Geld gleich mit weggesprengt würde.

“Lohnt es sich einen Bankautomaten auszurauben?”

Die Frage kann kurz und knapp beantwortet werden: “Nein es lohnt sich nicht.”
Gerade in den Automaten, die vermeindlich als leicht auszurauben gelten könnten, weil sie günstig liegen (nahe an der Autobahn oder freistehend, wie unser Automat bei EDEKA) sind diejenigen, die man nicht ausrauben sollte. In diesen sind meistens nicht einmal 100.000€, da die Standorte als Risikostandorte gelten und daher schon von vornherein mit wenig Geld befüllt werden. Die Füllmenge hängt außerdem auch davon ab, wie viele Menschen sich dort pro Woche durchschnittlich Geld abholen. Diejenigen Geschäftsstellen, die nicht so viele Kunden haben, erhalten auch weniger Geld für die Geldautomaten.
Zwar haben die Automaten ein maximales Fassungsvermögen von 500.000€, jedoch befindet sich in keinem Automaten so viel Geld, selbst wenn er gerade aufgefüllt wurde. Da das Geld versichert werden muss, richtet sich die Summe auch nach der Versicherung. Es wird nur so viel Geld in die Automaten gefüllt, wie von der Versicherung erstattet wird.

 

 

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