Auftaktveranstaltung Raiffeisen-Jahr 2018

Hochkarätig besetzte Podiums-Diskussion zu Ehren Friedrich-Wilhelm Raiffeisens

Am 01.02. lud die VR-Bank Mittelfranken West eG rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Bildung sowie aus dem Genossenschaftswesen zu einer Art Geburtstagsfeier in das Theater Ansbach. Einer der Gründerväter der genossenschaftlichen Idee – Friedrich-Wilhelm Raiffeisen – würde am 30. März diesen Jahres seinen 200. Geburtstag feiern.

Eröffnet wurde die Feier mit Musik einer vierköpfigen Abordnung des Ansbacher Kammerorchesters, ehe zwei Schauspieler des Freilandtheaters Bad Windsheim eine kurze Sequenz aus dem Leben Raiffeisens auf die Bühne brachten. Inszeniert wurde dieses Stück vom künstlerischen Leiter des Freilandtheaters, Christian Laubert. Im Anschluss referierte Dr. Gerhard Walther, Vorsitzender des Vorstands der VR-Bank Mittelfranken West eG, über die Entstehung der Genossenschaften und die Idee dahinter.  Leidenschaftlich und voller Enthusiasmus warb er für diese einzigartige Idee und prognostizierte ihr eine rosige Zukunft: “Die Idee sei aktueller denn je”, so Dr. Walther.

Am 30. März 1818 wurde Friedrich-Wilhelm Raiffeisen als siebtes von neun Kindern in Hamm an der Sieg geboren. Hinein in eine Zeit  voller Umbrüche, neuer Strömungen – und voller Armut, wie Dr. Walther berichtete. Raiffeisen war Bürgermeister einer kleinen Gemeinde im Westerwald. Um zu helfen gründete er den “Weyerbuscher Brodverein”, der Brot zu günstigen Preisen an arme Bürger abgab. Wer kein Bargeld besaß, der bekam einen Kredit mit Zinssatz. Dieses Idee setzte sich fort und wurde zur Erfolgsgeschichte.

Eine von Klaus Seeger von Radio 8 moderierte Podiumsdiskussion fand bei den Besuchern großen Anklang. Karin Bucher, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Ansbach verwies in Bezug auf die Genossenschaften auf eine ähnliche Entstehungsgeschichte der IHK, die auch mit der Intention der Hilfe zur Selbsthilfe gegründet wurde. Auch seien die genossenschaftlichen Prinzipen denen eines ehrbaren Kaufmanns sehr ähnlich so, Bucher weiter.

Prof Dr. Dr. Elmar Nass merkte an, dass Genossenschaften gegen unsolidarische Konkurrenz ankämpfen müssen. Zwar würden auch die Unternehmer immer mehr von Werten oder ethischen Geschäften sprechen, aber in der Substanz ändere sich nichts. Es sei die Aufgabe für Genossenschaften, sich in dieser Zeit immer wieder an ihre Werte zu erinnern, betonte der Leiter des Wilhelm Löhe Ethikinstituts Fürth weiter.

„Die genossenschaftliche Idee ist heute noch dieselbe, aber die Rahmenbedingungen sind anders“, so Professor Dr. Richard Reichel. Er leitet das Forschungsinstitut für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg. Eingriffe durch den Staat, wie beispielsweise die Bankenregulierung, machten es für viele Genossenschaften zurzeit schwer, betonte Professor Dr. Reichel.

Andreas Hilfenhaus, Regionalleiter Bayern GenoBanken/Verbund der DZ Bank AG sah sich einer kritischen Fragestellung gegenüber: Wenn gerade regionale Verankerung wichtig sei, sei es dann richtig, so viele Filialen und Automaten dicht zu machen und die Leute damit ins Netz zu treiben? “Die Digitalisierung ist notwendig und die Verantwortlichen machen sich derartige Entscheidungen nicht leicht, aber es ist wichtig, dass die Nähe noch da ist, wo es nötig ist. Diesen Spagat schaffen die Genossenschaftsbanken sehr gut”, so Hilfenhaus.

Die VR-Bank Mittelfranken West eG wird im laufenden Jahr mit vielen zentralen Aktionen und Veranstaltungen auf das Raiffeisenjahr 2018 hinweisen. Auch sei jede Filiale vor Ort mit mindestens einer Aktion direkt eingebunden, so Dr. Walther zum Abschluss der Veranstaltung.

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